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Frage die Katze! Der Gourmetkater weiß fast alles!

Die russische Wahrheit!

Haben Sie gestern im Fernsehen die Eröffnungsfeier der Winter-Olympiade in Sotschi gesehen?

Ich schon.

Denn ich war neugierig, wie man das für eine Katze sein kann. Denn ich hatte da etwas von 15 Milliarden am Kosten für diese Olympiade gehört. Und da sollte man eigentlich schon etwas erwarten.
Also den Fernseher an und geschaut, denn diese Feier sollte ja auch die größte und bombastischste Eröffnungsfeier aller Zeiten werden!

Da kommt bei mir gleich die Frage: Seit wann?

Wir Deutschen wissen ja, wer sich diese Idee mit der Olympische Fackel und der Eröffnungs-Großveranstaltung zur Olympiade der Selbstdarstellung der Nation einfallen lassen hat.
Für die, die es jetzt nicht wissen: Olympische Spiele in Berlin, 1936 - wo sich Deutschland sehr tolerant "Randgruppen" gegenüber und weltoffen präsentierte, aber eben auch nur in Berlin und nicht im Rest des Reiches.

Und mit diesem Wissen im Hinterkopf, da schaut es sich gleich entspannter auf die Olympiade in Sotschi. Denn wir haben 2014 und zum Glück ganz andere Zeiten.
Aber wenn der Zar Putin sich sehr ängstlich gegenüber anderen Lebenseinstellungen zeigt, da war ich schon gespannt, wie sich Rußland in dieser Feier darstellen würde.

Denn es sollte ja die größte und bombastischste...... Ach ja, dies hatten wir schon.

Und schon ging es los, das Spektakel!

Eine riesige Halle, mit Projektionen und tollen Bildern. Mal als Projektion, mal mit echten Menschen. Oder beides zusammen.
Da hatten die Vorgänger schon tüchtig die Norm nach oben geschraubt. Und ich dachte mir, dies wird schwer zu toppen sein. Auch mit dem schweren Gold-Rubel.

Es ging aber tatsächlich noch zu toppen, dazu später mehr.

Gut war die Idee, den Einzug der Athleten im Programm nach vorn zu ziehen. Denn wer wie ich immer noch glaubt, bei Olympia geht es um den Sport, freut sich, daß diese sich die Eröffnungsfeier ihrer Spiele auch anschauen dürfen. Und nicht draußen im Schnee stehen müssen, falls der in Sotschi fallen sollte.
Da kamen sie in allen erdenklichen Farben!
Bei unseren Athleten hatte der Designer wohl Angst, sie könnten sich in den Weiten Rußlands verlaufen. Denn wir Deutschen zeigten uns so bunt wie der Regenbogen! Und da wird man garantiert gefunden! Wo manche schon an den Protest gegen Putins Homophobie glaubten, kam mir der Gedanke:
Wenn sich so ein Sportler in ein Blumenbeet stellt, dann gibt das immer noch einen tollen Gartenzwerg.
Auch ein bißchen dick aufgetragen fand ich die Sterne der Amerikaner. Und die Kanadier brauchte man nicht zu fragen, woher die kamen. Denn das steht riesig auf Mütze und Handschuh.
Und wo die Masse der Sportler dort so warm eingemummelt waren, wie man das von Winterspielen erwartet, da kamen die Bermudas und andere Länder für Sotschis subtropisches Klima besser gekleidet daher: In Bermuda-Shorts!

Und so zeigte sich das altehrwürdige Rußland von seiner besten Seite, wie man es von einem Gastgeber erwarten kann. Patriotisch, in diesem Falle nur wenig verspielt, mit den schönsten Seiten des Landes, die der Gastgeber zeigen möchte. Und dies eben auch in dieser langen Tradition und dem Design der Spiele zuvor. Einen richtigen Knaller durfte ich nicht sehen.

Außer:

Es kamen die 5 Olympischen Ringe in die Halle geschwebt und ich durfte im deutschen Fernsehen erleben, wie sich 4 davon öffneten. Der 5. Ring blieb geschlossen. Es war der rote Ring, der für Amerika stehen soll.
War das ein Zeichen?

Jedenfalls gibt es in Rußland offenbar eine andere Realität. Denn die Zuschauer im russischen Fernsehen, welches diese Feier wenige Sekunden zeitversetzt übertragen hat, sahen die sich perfekt öffnenden Ringe, die sogar noch ein Feuer abgaben.
Dies waren Bilder der Proben, die innerhalb dieser kleinen Zeitverschiebung eingeschnitten wurden.
Sieht also so die Realität in Rußland aus? Einfach schöner und fehlerlos vielleicht?

Und wer dann ein wenig näher nachgelesen hat, der erfuhr:

Während der Eröffnungsfeier wurden in Moskau 15 Demonstranten verhaftet, die gegen die Spiele als Geldverschwendung demonstrierten.

Oder:

Jeder Zuschauer, der die Sportler in anderen Sprachen mit Transparenten anfeuern möchte, muß eine vom Notar beglaubigte Übersetzung bei sich haben!

Aber: Ich möchte immer noch an faire und schöne Olympische Wettkämpfe glauben. Spiele für die Sportler eben!

Und so wünsche ich allen unseren Sportlern:
 Viel Erfolg und viele Medaillen!

Und den Fernsehzuschauern in Rußland wünsche ich, daß die exakt so viele Olympia-Siege ihrer Landsleute sehen, wie der Rest der Welt diese auch sieht!
Denn wie wir gesehen haben: Die russische Wahrheit, die kann ganz anders aussehen...


Bitte beachten Sie auch meinen Gourmetkater-Olympia-Service auf:
http://olympiade-sotschi.blogspot.com



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