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Bitte warten, der nächste freie Mitarbeiter......

.... hatten Sie heute auch wieder diese Bandansage, als Sie Ihre Sparkasse
anrufen wollten? Und die Warteschleife war heute wieder einmal besonders lang?

Da kann das daran liegen, daß Ihre Sparkasse die SDirekt in Halle an der Saale
als Dienstleister nutzt. Oder nennen wir das Kind beim Namen: als billiges
Callcenter!

Doch warum ging da heute niemand an das Telefon?

Bei der SDirekt gab es einen Streik. Aufgerufen hat dazu Verdi.

Nun denken Sie womöglich: "Ach die bei der Sparkasse, die verdienen doch für
wenig Arbeit vieeeel Geld!"

Das mag ja stimmen, dachte ich. Also los zu der Kundgebung auf dem Riebeck-
Platz in Halle. Vielleicht erfahre ich da mehr, warum bei der SDirekt
gestreikt wird.

Gut daß ich meine Ohrenschützer aufgesetzt habe, bei all den Trillerpfeifen!
Aber was ich dort hören mußte, war schon erschreckend.

Obwohl das Unternehmen zur Sparkassen-Gruppe gehört, gibt es dort KEINEN
Tarifvertrag! Die Gehälter sind weit entfernt von denen der Sparkassen! Und
die Arbeitsplätze sind gerade einmal 80 cm breit - was dann eine schön
gerechnete Fläche von knapp über 2 Quadratmeter ergeben soll. Na das muß aber
laut da sein!
Natürlich wird auch mehr Geld gefordert. Jetzt halten Sie sich fest: 9,00 Euro
die Stunde! So bescheiden sind die Leute, denn dafür hebt bei den Sparkassen
garantiert keiner den Finger an!

Schlimm, was ich da hören mußte! Und das bei einem Unternehmen der Sparkassen,
die bekanntermaßen öffentlich rechtlich geführt werden! Bei vergleichsweise
hohen Kontoführungsgebühren. Schämt Euch Ihr Sparkassen, so etwas in Eurer
Runde zu dulden!

Von wegen GUT. für die Region - so ein Quatsch!

Aber auf der Kundgebung waren schon Vertreter von verschiedenen Sparkassen,
die mit diesem Zustand bei der SDirekt nicht zufrieden sind. Über 300
Sparkassen haben schon ihre Unterstützung bekundet! Dies läßt ja für die Leute
bei der SDirekt hoffen, wenn sogar die Sparkassen als Auftraggeber bei der
SDirekt beginnen, Druck auszuüben.

Auch waren Vertreter anderer Unternehmen da, die sich solidarisch mit den
Streikenden gezeigt haben: So waren die HAVAG (örtlicher Nahverkehr), die
Stadtverwaltung Halle (auch in Vertretung für die Stadtwerke) da.
Gut war auch, daß die wissenschaftlichen Angestellten der Universität die
Gelegenheit nutzten, darauf hinzuweisen, daß sie nur halbe Jobs zu natürlich
nur 50 Prozent Geld haben. Was natürlich auch übel ist.



Man sieht, es beginnt zu gären im Osten. Leute, kriegt endlich Euren Arsch in
die Höhe und fordert, was Euch zusteht! Denn wer gute Arbeit leistet, soll
auch guten Lohn dafür bekommen! Das schafft Kaufkraft und Wirtschaftswachstum
für alle Unternehmen!

Also Sie können mir folgendes glauben: Ich habe mein Geld nicht bei der
Sparkasse! Und darüber bin ich froh! Denn Gut zu sein, heißt auch fair zu sein
zu Mitarbeitern und Kunden. Also macht Eure Hausaufgaben, liebe Sparkassen!

Dann können wir noch einmal reden.

Vielleicht!

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