Frage die Katze! Der Gourmetkater weiß fast alles!

Sonntag, 21. April 2013

Ein Abend im Theophano


Ich gehe ja nicht oft aus zum Essen. Das gebe ich hier an dieser Stelle ohne Umschweife zu.

Aber manchmal, da habe ich Appetit auf ein richtig gutes Menü! Denn mir als Gourmetkater ist die Qualität von dem, was mir auf dem Teller gebracht wird, wichtiger als irgendein billiges Essen, welches mir nach einem Zwischenstopp in der Mikrowelle als hohe Kochkunst angedreht wird.

Deshalb bleibe ich meist daheim in meiner Küche und koche mir mein Essen selbst.

Aber am Freitag, das war so ein Tag, da mußte es ein Restaurant sein.


Wie ich an dieser Stelle berichtet habe, war im vergangenen Juni meine beste Freundin aus den USA in Quedlinburg. Was wir damals erlebt haben, können Sie auch in meinem E-Book „Gourmetkaters Harzreise“ nachlesen (gibt es auf buch.gourmieze.de).

Jedenfalls war sie mit ihrem Mann in einem Restaurant, welches mir meine Freundin bestens empfohlen hat. Ich meine hier das Restaurant Theophano im Palais Salfeldt in Quedlinburg.

Dieses Restaurant wollte auch ich nun kennen lernen.

Der Wetterbericht war gut, so konnte ich mir vor dem Besuch des Restaurants Theophano noch einmal die UNESCO Welterbestadt Quedlinburg anschauen. Denn diese Stadt ist immer wieder einen Besuch wert, auch wenn gerade der Marktplatz eine Baugrube ist.

So waren ich und meine Begleiterin am Abend in bester Stimmung auf ein ausgiebiges Menü.

Was hat uns erwartet?

Das Restaurant Theophano befindet sich in einem mittelalterlichen Speichergewölbe des Palais Salfeldt. Schon dieses Ambiente ist einen Blick wert.

Wir hatten vorbestellt und wurden an der Tür vom Service gleich freundlich begrüßt. Und schon konnten wir uns in das Vergnügen des Abends stürzen, denn auf den Service warten müssen, dies gab es hier nicht.

Die Küche dieses Hauses hat einen guten Ruf, auch war meine New Yorker Freundin besten Lobes über das Essen gewesen. So beschlossen wir, an diesem Abend das vollständige Menü zu wählen.

Prompt wurde der Beginn mit dem Aperitif Monte Carlo gemacht: Prosecco, Minze, Zitrone und Gin.

Mit diesem Getränk in der Hand und am Gaumen freuten wir uns auf den ersten Gang der ein Tatar werden sollte.

Wie gesagt, warten mußten wir wirklich nicht. Denn aus der Küche kam prompt ein Gruß:

Vitello Tonnato – stand so nicht auf der Karte, war deshalb um so köstlicher!

Ob der Koch wußte, daß man einen Gourmetkater wie mich mit solcher Kombination ködern konnte?
Ich nahm diesen Gruß dankend an und wollte diesen später gern erwidern.

Positiv fand ich, daß uns bei der Wahl des Weines für unser Menü als erstes ein regionaler Wein des Saale-Unstrut-Gebietes angeboten wurde! Von mir als Freund des Regionalgedankens gab es dafür noch einmal Pluspunkte!
Wir wählten einen Portugieser vom Weingut Born in Höhnstedt.

Inzwischen kam der erste Gang unseres Menüs:

Tatar vom Kalbsfilet mit Wachtel-Setzei und frischem Sommertrüffel.

Ich muß sagen, ich bin kein Freund von einem Zuviel an Dekoration und Garnitur.

Ich wurde nicht enttäuscht. Das Tatar kam schön, aber nicht übertrieben angerichtet daher. Eigentlich genau so, wie es sich für solch ein altes Gewölbe gehört. Gut so!

Das Auge führte meine Gabel und meine Zunge freute sich über den Genuß.

Wenn das Menü so weiter gehen sollte, dann wäre das ein perfekter Abend für mich!

Und schon folgte der zweite Gang des Abends:

Kräuterschaum-Suppe mit Frühlingsrolle

Also ganz ehrlich, wenn ich gewußt hätte, wo der Topf steht, dann hätte ich den total ausgelöffelt!
Leser meines Blogs wissen ja, daß ich Suppen liebe!

Zusammengefaßt: Ein Hauch von Suppe auf der Zunge, aber eine Explosion am Gaumen!

Und während ich gerade feststelle, daß die Stühle dieses Restaurants wirklich bequem sind, denn es gibt kein Drücken am Rücken oder am....

...Ah, da kommt der nächste Gang in unserem Menü:

Leipziger Allerlei mit Flußkrebsen.

Ich würde mich nun wiederholen, wenn ich diesen Gang wieder loben würde. Aber: Wenn es schmeckt, dann darf ich dies auch sagen!

Jetzt war ich gespannt auf das

Gazpacho-Wodka-Sorbet – unser 4. Gang.

Ich muß sagen, das kam erst recht kalt auf der Zungenspitze an (klar ist ja auch ein Sorbet!), wurde aber gleich von einer zarten Schärfe gefolgt.
Offenbar habe ich ein wenig skeptisch geschaut, weil die nette Bedienung gleich an unseren Tisch kam und fragte, ob alles in Ordnung sei.

Ich kann Sie, liebe Leser, beruhigen: Es war alles in bester Ordnung. Ich hatte gerade nur daran gedacht, wie ich solch ein Sorbet mit Kräutern machen kann.

Auch hatten wir erleben können, daß dieses Sorbet von Löffel zu Löffel unterschiedlich scharf war.
Dazu kam uns gerade eine Idee für diesen Blog-Beitrag. Welche, sehen sie am Ende dieses Beitrages.

Der Gang mit der Nummer 5 sollte nun folgen.

Der Hauptgang des Menüs: Lammrücken-Strudel auf  Fenchel-Oliven-Gemüse mit Kartoffel-Baumkuchen.

Ich liebe Fenchel, dies muß ich an dieser Stelle betonen.
Dieser Teller duftete schon verführerisch, als er mir unter die Nase gestellt wurde. Auch das Auge freute sich auf das, was die Geschmacksnerven nun erleben durften und was geschah?

Enttäuschung pur?

Von wegen!!!

Das Lamm auf den Punkt gegart, kam saftig zart daher! Umgeben vom knusprigen Teig.

Nur der Fenchel war ein wenig flach in der Note. Das war jedenfalls mein Eindruck.
Hier muß man aber sagen: Was der Gärtner nicht liefert, kann der Koch nicht richten.

Dieser Gang war wie seine Vorgänger köstlich. Und ich muß sagen, er war fast schon zu groß. Ich hatte ehrlich zu knabbern, daß gute Fleisch zu schaffen – und dies als Gourmetkater! Mich persönlich hätte es nicht gestört, wenn diese Position des Menüs ein wenig kleiner gewesen wäre.

Aber wir wollten noch weiter, auf der Straße des Genusses. Der größte Berg lag nun hinter uns. Und mir lag heute nicht viel an Leistungs-Sport.
Doch nach all diesen Überraschungen freute ich mich nun auf die restlichen Gänge.

Ja Gänge!

Nun kam der Gang und Teller mit den Käse-Variationen.

Verschiedene gute Käse mit Nüssen und einem schönen Chutney. Ein schöner leichter Gang, der mich, meinen Gaumen und Bauch langsam entspannen ließ.

Ich fragte die nette Frau vom Service, woher die Käse stammten. Denn ich hatte in Quedlinburg schon an anderer Stelle erlebt, daß man mir eine „regionale Käseplatte“ ohne Käse der überschaubar wenigen Käse-Bauern der Gegend (denn es gibt nur einen) anbieten wollte.
Und hier auf dem Teller kam mir ein Käse doch irgendwie bekannt vor.
Sie konnte mir diese Frage nicht beantworten. Ich finde dies aber nicht weiter schlimm, weil es eine offene und ehrliche Antwort war. Schließlich hatte man in diesem Restaurant keine falschen Aussagen zur Herkunft getroffen. Ein weiterer Pluspunkt.

Nun war der Schlemmerabend schon ganz schön fortgeschritten. Es war Zeit für den krönenden Abschluß:


Gang Nummer 7: Dessert-Variationen.

Aller guten Dinge sind sieben an der Zahl. So sollte es auch hier beim Abschluß sein. Es gab Birnentörtchen, Mango-Eis, und Creme Brulee.

Wo soll ich hier beginnen? Das Törtchen war noch schön warm. Der Sieger dieses Ganges sollte aber das Mango-Eis werden! Ich glaube, dies war auch am Nachbartisch so.


Was soll ich sagen, liebe Leute?!?

Für mich war dieser Abend ein voller Erfolg! Bestes Essen, wo jeder Gang kleine Überraschungen bot. Ein fast perfekter, aber menschlicher (!) und sehr netter Service, denn wer will am Tisch schon von perfekt-steifen Robotern in Pinguin-Robe bedient werden. Und alles in einem schönen alten Speicher-Gewölbe!

Und sogar noch mit einem Zusatzgang zu Beginn!

Es gibt nur sehr wenige Kritikpunkte. So ist der Parkplatz des Restaurants in der ganzen Stadt gut ausgeschildert, aber wenn man genau vor diesem Parkplatz steht, wäre ein Schild mit „Parkplatz Palais Salfeldt“ nicht schlecht. Denn dieses Schild, welches dort steht, irritiert Gäste ohne Ortskenntnis. Also bitte diesen Hinweis an das Palais weiter geben.


Ich hatte in diesem Beitrag schon geschrieben, daß uns beim Speisen eine Idee für diesen Blog kam. Auch wollte ich nun den netten Gruß vom Koch aus der Küche erwidern.

Deshalb habe ich beschlossen, das Restaurant Theophano im Palais Salfeldt in Quedlinburg mit ganzen 4 Pfötchen zu bewerten!

Warum?

Die Speisen waren so gut, daß ich Gourmetkater mich gern hineingesetzt hätte! Denn dies gibt 4 Pfoten zum anschließenden Abschlecken!

Wir mußten nie auf den Service oder das Essen warten. Die Speisen waren auch eine Freude für die Augen, ohne allzu verspielt geschmückt zu sein.

Schon beim Betrachten der Karte war uns sehr positiv aufgefallen, das diese Karte klein in der Anzahl der Gerichte war. Und dies ist sehr gut! Denn dies zeigt, daß in der Küche frisch gekocht wird! Genau das, was ich von einem Restaurant-Besuch erwarte.
Auch wurde an die zahlreichen Vegetarier gedacht.

Wir haben uns an diesem Abend wohl im Theophano im Palais Salfeldt in Quedlinburg gefühlt. Deshalb Danke an den Service und die Küche dieses Restaurants!

Ich kann dieses Restaurant nur empfehlen. Deshalb gibt es von mir die Bestnote mit 4 Pfötchen!


Denn mehr Pfötchen habe ich nicht!




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