Frage die Katze! Der Gourmetkater weiß fast alles!

Donnerstag, 7. Juni 2012

Gourmetkaters Harzreise - Teil 1

Liebe Leser,

 

da bin ich wieder:

 

In den vergangenen Tagen habe ich viel erlebt, von dem ich Ihnen nun berichten möchte.

Ich habe ja schon geschrieben, daß ich lieben Besuch aus den USA hatte. Genauer gesagt war dies meine New Yorker Freundin Teri und ihr Ehemann Jim. Ja, genau diese Teri, von der ich das Rezept für meinen köstlichen Aufstrich Teri´s Cranberry Dream bekommen habe!

 

Vor Ihrem Besuch stand ich natürlich vor der großen Frage:

 

"Was kann ich einer guten Freundin aus New York bieten, was die Amerikaner nicht haben????"

 

Lösung:

 

Uralte Historie !!!

 

Doch wo finden?

 

Keine Frage - Sachsen-Anhalt quillt förmlich vor Geschichte über! Besonders aus Zeiten der Gründung Deutschlands! So mit Heinrich, Mathilde, Otto, Theophano ...

Wo kenne ich mich aus?

Natürlich in Quedlinburg! Da gibt es alles: Geschichte zum Anfassen, originale Häuser und Plätze aus dem Mittelalter und einen Schatz. Den Domschatz, den ich mit seiner Geschichte (Amerikaner raubten ihn im 2. Weltkrieg) den Amerikanern gern vor die Nase halten möchte.

 

Die Frage der Unterkunft konnte ich schnell klären. Ich brauchte ein Hotel, dessen Haus sehr, sehr historisch ist. Und wo man natürlich auch englisch für meine Gäste spricht.

 

Meine Wahl fiel auf das Hotel Theophano auf dem Marktplatz. Denn dies ist ein Hotel, wo auch ein Kater wie ich logieren darf! Andere Hotels mögen möglicherweise keine Katzen.

 

Sie können mir glauben, daß es da leuchtende Augen gab, als ich mit meiner Freundin Teri dort auf dem Marktplatz ankam! Alles sooooo alt!

 

Schnell die Koffer in das Hotel geschafft und ein kleiner Bummel durch das ehrwürdige Quedlinburg gemacht. Dumm nur, daß wir Montag hatten. Viele Gaststätten hatten geschlossen - was ja auch irgendwo verständlich ist.

 

Wir fanden das Restaurant "Brauhaus" - mit Brauerei (!) - in der Nähe des Marktes. Von diesem Restaurant kenne ich leider nicht die Internetadresse.

 

Wir wählten als Suppe eine wundervolle (ostdeutsche) Soljanka und ein kleines Gericht: Spätzle mit Kasseler und oben mit Käse überbacken, was als kleine Mahlzeit in der Karte beschrieben wurde. Das Wort "klein" erwies sich als relativer Begriff. Denn die Portion war mehr als groß. Dies trifft auch auf den Geschmack zu: einfach, köstlich, beste Hausmannskost. Genau das, was ich von einem Brauhaus erwarte. Dazu ein köstliches Bier und schönes Ambiente rund um den Braukessel - dies sollten Sie einmal versuchen!

Leider war die Karte nur in deutscher Sprache, was mich in einer Stadt mit UNESCO-Weltkulturerbe ein wenig stört. Diesen kleinen Makel behob die Bedienung mit freundlichem Charme und ein wenig englischer Bedienung.

 

Sie müssen wissen, meine Freundin steht auf Räuchermännchen aus dem Erzgebirge. Da war es natürlich ideal, daß man auf dem Weg vom Brauhaus zur Stiftskirche St. Servatii über das Geschäft Erzgebirgische Volkskunst stolpert.

Gut, das ist nun nicht aus dem Harz, aber immerhin beste Ostdeutsche Ware aus Handarbeit.

Ich glaube, meine Freundin Teri, war im Vorhimmel!

Nachdem sie (gefühlt) den halben Laden leer gekauft hat und die nette Verkäuferin einen kleinen Freudensprung vollbracht hat, ging es weiter zur Stiftskirche.

Keine Sorge, eine echte New Yorkerin trägt ihre Beute selber! Teris Ehemann Jim brauchte die Beutel nicht zu tragen. Und mir hat man die Beutel auch nicht auf den Rücken gebunden. Ich bin ja auch kein Packesel!

 

So schlenderten wir hinauf zum Schloßberg.

 

Leider war die Stiftskirche St. Servatii geschlossen - Sie ahnen schon: Montag!

 

Aber man kann vom Schloßberg in Quedlinburg einen tollen Blick auf die Stadt Quedlinburg genießen.

"How imaging" - hörte ich an meiner Seite.

 

Also wieder zurück in das Zentrum und den Vorhof zur Hölle betrachtet.

Die Hölle ist hier eine Straße.

 

Wer viel läuft, verspürt schnell Hunger. Montags ist leider die Auswahl an Restaurants eingeschränkt. Besonders wenn man in meinem Fall amerikanischen Gästen die gute deutsche Küche zeigen möchte.

 

So gingen wir auf dem Markt in das Restaurant "Zum Bären". War natürlich recht voll, weil alle Touristen sich hier versammelten.

 

Schönes gutbürgerliches Ambiente. Auf der Karte (leider nur in deutscher Srache) fand ich eine regionale Wurstplatte und eine Platte mit Käse von Bauern der Region. Wäre gut für meine Zwecke, dachte ich.

Leider stand nicht der Name der Bauern dahinter. Ich überlegte, ob es mein Bekannter aus Westerhausen sein könnte, der Käse produziert. Also habe ich die Kellnerin gefragt. Die sagte mir, Westerhausen sei nicht dabei, dafür andere Bauern der Region. Sie konnte nicht sagen welche dies seien.

 

Das gab bestimmt große Fragezeichen über meinem Kopf!!!

 

Sorry, gute Frau! Da kenne ich leider keinen weiteren Käsebauern in der Region. In unserer Szene der Direktvermarkter kennt man sich!

Deshalb wollte ich die Kellnerin nicht mit der Frage nach dem Fleischer zur Wurstplatte in Verlegenheit bringen.

 

Ich habe die Käseplatte von meiner Wahl gestrichen und dafür einen Salat mit Hähnchenbrust genommen.

Ich war erfreut, denn der Koch versteht sein Handwerk. Der Salat war frisch, die Hähnenbrust außen schön knackig und innen noch richtig saftig! Teri sagte mir, daß sei das beste Hähnen gewesen, daß sie je gegessen habe.

 

Zusammengefaßt: Im Bären gibt es sehr gute Küche, nur der Service braucht noch ein wenig Nachhilfe. Oder man streicht dort die Worte "aus der Region" von der Karte, wenn der Service die Quellen nicht nennen kann.

 

Sie wissen ja, für mich ich als Freund der Regionalbewegung und des Tages der Regionen sind solche Worte wie "vom Bauern aus der Region" ein Reizthema, wenn sie nur auf dem Papier stehen.

 

Es war spät geworden, am Abend. Also zurück zum Hotel Theophano......

 

 

 

....wird fortgesetzt.......

 

 

 

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